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Vortrag: "Kompetent (be)handeln bei häuslicher Gewalt" - Informationen für Fachleute aus medizinischen, pädagogischen und sozialen Bereichen / Veranstaltung des Runden Tisches "GewAlternativen" in Bocholt

Erstellt von pressemeldungen@kreis-borken.de (Kreis Borken) | | Pressemeldung

"Kompetent (be)handeln bei häuslicher Gewalt" – so lautete der Titel des Vortrages, der jetzt in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des St.-Agnes-Hospitals in Bocholt stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Anzeichen von häuslicher Gewalt zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, mit Betroffenen offen darüber zu sprechen. Eingeladen hatte dazu die Arbeitsgruppe Gesundheit des Runden Tisches "GewAlternativen".

Irmgard Paßerschroer, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Borken und Geschäftsführerin des Runden Tisches, begrüßte die rund 40 Fachleute aus den unterschiedlichen sozialen, pädagogischen und medizinischen Bereichen. Sie gab einen kurzen Überblick über die Struktur, Ziele und Handlungsansätze des Runden Tisches. "Wichtig ist, dass bei Auftreten häuslicher Gewalt sofort Fachleute zusammenarbeiten. Im Bedarfsfall müssen sie gemeinsam die richtigen Schritte unternehmen", betonte Irmgard Paßerschroer.

In dem anschließenden Vortrag schilderte Referentin Marion Steffens, welche Folgen häusliche Gewalt für die Betroffenen hat und wie Anzeichen für solche Übergriffe frühzeitig erkannt werden können. Die Sozialpädagogin ist Geschäftsführerin des GESINE Netzwerks Gesundheit und Co-Leiterin des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW.

Über die Folgen häuslicher Gewalt sei viel zu wenig bekannt, konstatierte die Referentin. Fest stehe: Je enger die soziale Beziehung zum Täter ist, desto schwerwiegender sind die Auswirkungen auf die Gesundheit. "Häufig bestehen Vorbehalte, die Betroffenen anzusprechen – aus Unsicherheit oder aus Bedenken, sich zu sehr einzumischen", erklärte Steffens. Nicht selten würden die Opfer ihre Gewalterfahrung auch aus Angst oder Scham verschleiern.

Besonders schwerwiegend seien die psychischen und psychosomatischen Folgen von Übergriffen in den eigenen vier Wänden. Meist seien es nicht äußere Verletzungsfolgen, die die Opfer zum Arzt führten, sondern Schmerzen und Beschwerden ohne erkennbare Ursache wie zum Beispiel Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen und Panikattacken. Nicht selten würden Medikamente gegen depressive Verstimmungen verschrieben, die Ursache sei damit aber nicht behoben.

"Vermutet beispielsweise eine Ärztin, dass eine Patientin häusliche Gewalt erlebt hat, soll sie diesen Verdacht direkt und konkret, aber behutsam und in einem geschützten Raum ansprechen", empfahl die Referentin. "Menschen, die Gewalt erlebt haben, empfinden es meistens als Erleichterung, wenn sie in ungestörter Atmosphäre hierüber sprechen können", ergänzte sie. Falls die Patientin den Verdacht bestätigt, solle nicht nach den Gründen für die Gewalt gefragt werden. Auch sei es von Bedeutung zu akzeptieren, wenn das Gewaltopfer nicht sofort aktiv werden will. In jedem Fall sollten etwaige Verletzungsfolgen gerichtsfest dokumentiert werden, damit im Bedarfsfall darauf zurückgegriffen werden könne.

Wichtig sei es zudem, über örtliche Unterstützungsmöglichkeiten wie psychosoziale Beratungsstellen, Frauenberatungsstellen oder Therapeutinnen und Therapeuten zu informieren. "Signalisieren Sie darüber hinaus, dass Ihre Tür immer offen steht", riet die Expertin den Anwesenden zum Abschluss ihres Vortrags.

Zur Arbeitsgruppe Gesundheit:

Die Borkener Ärztin Dr. Christine Cellarius ist Sprecherin der Arbeitsgruppe Gesundheit des "Runden Tisches GewAlternativen". Mitglieder der Gruppe sind darüber hinaus Elisabeth Böing, Koordinatorin des Ärztenetzwerks Bocholt "BORIS", Katja Desgranges vom Verein "Frauen für Frauen" in Ahaus, Veronika Kampshoff, Heilpraktikerin aus Bocholt, Rachel Packschies, Heilpraktikerin aus Borken, Irmgard Paßerschroer, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Borken, Ulrike Reuter, Sozialarbeiterin im Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreisgesundheitsamtes Borken, und Astrid Schupp, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bocholt.

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