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Renaturierungsmaßnahmen am Emrichbach in Vreden-Oldenkott - Landrat Dr. Kai Zwicker: "Vegetation konnte bereits seit dem Frühjahr Fuß fassen"

Erstellt von pressemeldungen@kreis-borken.de (Kreis Borken) | | Pressemeldung

Die Renaturierungsmaßnahmen am Emrichbach in Vreden-Oldenkott sind abgeschlossen. Deren Ziel ist es, die Gewässerstruktur zu verbessern. Nun werden die ersten Erfolge sichtbar. Totholzelemente zur Strömungslenkung, Pflanzung von Gehölzen für eine Beschattung des Gewässers, Kiesdepots zur Förderung der Substratvielfalt, Schlingen und Kurven zur Verlängerung der Fließstrecke tragen maßgeblich dazu bei – auf einer Fläche von 8500 Quadratmeter wurden viele Renaturierungsmaßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Emrichbachs umgesetzt. "Es ist wirklich bemerkenswert, wie sich das Gewässer hier durch die Maßnahmen verändert und entwickelt hat", sagte Landrat Dr. Kai Zwicker bei einem Ortstermin. Das liege auch an der guten Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Nachdem die Baumaßnahme im Herbst 2019 umgesetzt wurde, im Februar 2020 das erste Hochwasser den neuen Entwicklungsraum zusätzlich "geformt" hat, konnte die Vegetation ab Frühjahr "Fuß fassen". Die ersten Jungfische tummelten sich bereits im Frühjahr im Bereich der Wurzelstubben. Auch Wiesen- und Wasservögel wie Kiebitz, Bläßhuhn, Enten und Flussuferläufer nutzen den Bereich schon als Nahrungs-, Ruhe- und Brutstätte.

Gut drei Jahre dauerte es von der Präsentation der ersten Pläne bis zur Fertigstellung: Im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie wurden in zwei Maßnahmenbereichen insgesamt rund 9000 Kubikmeter Boden bewegt. Im ersten Bereich wurde ein ehemaliger Sandfang naturnah umgestaltet. In der zweiten Zone ist im Gewässer auf einer Fläche von rund 0,7 Hektar ein neuer Entwicklungsraum entstanden. Dort erfolgte die Vorprofilierung eines gekrümmten Gewässerverlaufes. Die angrenzenden Ufer wurden zur Herstellung einer Sekundäraue aufgeweitet und abgeflacht. Innerhalb des neuen Verlaufs unterstützen nun 55 Totholzelemente in Form von Wurzelstubben und Stämmen das Gewässer bei einer eigendynamischen Entwicklung. Zugleich schaffen diese Strukturelemente wichtige Lebensräume für die typischerweise vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Darüber hinaus sorgen 400 Gehölze künftig für die Beschattung des Gewässers. Zwei eingerichtete Kiesdepots fördern die Substratvielfalt und bieten kieslaichenden Fischarten neue Ausenthaltsbereiche. Der gesamte neu gewonnene Entwicklungsraum steht dem Gewässer als natürlicher Retentionsraum für Hochwasserereignisse zur Verfügung. Dies sorgt für eine gezielte Überflutung, sodass ein zu starkes Ansteigen des Wassers verhindert wird.

Die Kosten des Renaturierungsprojektes belaufen sich insgesamt auf rund 130.000 Euro. 80 Prozent davon stammen aus Fördermitteln des Landes NRW, die restlichen 20 Prozent stellt der Kreis Borken zur Verfügung. An der Umsetzung waren folgende Akteure beteiligt:

- Förderung: Kreis Borken, Fachbereich Natur und Umwelt, Land NRW, Bezirksregierung Münster

- Auftraggeber und Bauherr: Wasser- und Bodenverband "Unteres Berkelgebiet"

- Planung: Arbeitsgemeinschaft der Wasser- und Bodenverbände Westfalen-Lippe

- Ausführung: H. Wintering aus Emsbüren-Ahlde

- Projektpartner: NRW Stiftung, Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Berkelaue II, Biologische Station, Stadt Vreden

- Wasserrechtliche Genehmigung: Kreis Borken, Fachbereich Natur und Umwelt, Untere Wasserbehörde

Zum Hintergrund "Europäische Wasserrahmenrichtlinie":

Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie wird das Ziel verfolgt, den Zustand der Gewässer zu verbessern. So sollen sie möglichst naturnah fließen und Fischen, Krebsen oder Fischnährtieren einen passenden Lebensraum bieten. Fische sollen zudem wieder ungehindert von der Mündung bis ins Quellgebiet gelangen können. Der Kreis Borken arbeitet gemeinsam mit Kommunen, Wasser- und Bodenverbänden, Landwirtschaft, Anglern und Naturschützern an dieser Aufgabenstellung.

Nähere Informationen zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und zum Umsetzungsfahrplan für den Kreis Borken gibt es im Internet unter www.kreis-borken.de/wrrl.

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