Energieausweis

Mit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) am 01.10.2007 wird die Ausstellung von Energieausweisen in Bestandsgebäuden ab dem 01.07.2008 schrittweise verpflichtend eingeführt. Zum 01.05.2014 trat eine novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) in Kraft.

Für Neubauten und wesentlichen Umbauten sind Energieausweise schon seit 2002 Pflicht.

Ab dem 01.07.2009 müssen auch für Nichtwohngebäude wie z. B. Büro- und Dienstleistungsgebäude im Verkaufs- und Vermietungsfall Energieausweise ausgestellt werden.

Der Energieausweis gibt Informationen über den energetischen Zustand eines Gebäudes und schlägt Modernisierungsmaßnahmen vor, mit denen man den Energieverbrauch im Gebäude reduzieren kann. Wer in Zukunft eine Wohnung bzw. ein Haus kaufen, mieten oder pachten möchte, kann verschiedene Immobilien miteinander vergleichen und bekommt mit dem Energieausweis eine wichtige Orientierungs- und Entscheidungshilfe an die Hand.

Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten als Bedarf- und Verbrauchsausweis.

Der Bedarfsausweis enthält objektive Angaben zum Energiebedarf von Wohngebäuden, der auf der Grundlage einer technischen Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage ermittelt wird.

Der Verbrauchsausweis gibt den Energieverbrauch der Gebäudebewohner in den vergangenen drei Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung an. Das Ergebnis ist beim Verbrauchsausweis stark vom individuellen Nutzungsverhalten der Bewohner abhängig.

Neu ab 01.05.2014

Ziel der novellierten Energieeinsparverordnung ist, die Energieeinsparung von Neubauten ab 2016 und 25 % zu bessern und im Bestand energetische Verbesserungen vorzunehmen.

Dabei ändert sich ab dem 01.05.2014 der Bandtacho. Später ausgestellte Energieausweise geben – neben den Energiekennwerten – auch die Energieeffizienzklasse eines Gebäudes an. Der Standard reicht dabei von A+ (Passivhaus) bis H (unsaniertes Gebäude). Die Skala reicht nun von 0 bis > 250 kWh/(m²a) – und nicht mehr bis 400 kWh/(m²a). Diese Änderung führt zu einer realistischeren Darstellung von komplett unsanierten Gebäuden und Gebäuden mit schlechtem Wärmeschutz bzw. alter Anlagentechnik.

Ferner sind ab dem 01.05.2014 die Angaben zu Maßnahmen der kostengünstigen Sanierung fester Bestandteil des Energieausweises und müssen ausgefüllt werden. Neu ist die Aufteilung in Einzelmaßnahmen und Maßnahmen einer größeren Sanierung.

Wie wird der Energieausweis berechnet?

Es gibt zwei verschiedene Energieausweise: den Bedarfs- und den Verbrauchsausweis. Hierbei werden unterschiedliche Berechnungsgrundlagen verwendet. Für Neubauten sowie Modernisierungen, An- oder Ausbauten, in deren Verlauf eine ingenieurmäßige Berechnung des Energiebedarfs des gesamten Gebäudes erfolgt, müssen Energieausweise auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs ausgestellt werden.

Der Energiebedarf setzt sich zusammen aus einer technischen Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage eines Gebäudes und ist unabhängig vom individuellen Nutzerverhalten. Neben dem Endenergiebedarf eines Gebäudes, also der nach technischen Regeln berechneten, vom konkreten Gebäude jährlich benötigten Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung, wird der Primärenergiebedarf des Gebäudes angegeben. Dieser enthält zusätzlich die Energiemenge, die für Erkundung, Gewinnung, Verteilung und Umwandlung des Energieträgers (z.B. Heizöl oder Erdgas) nötig ist.

Im Verbrauchsausweis wird der tatsächliche Energieverbrauch durch die Nutzer des Gebäudes bewertet. Der Energieverbrauch der vorherigen drei oder mehr Jahre wird klimabereinigt in einen Energieverbrauchskennwert umgerechnet. Dieser Wert ist abhängig vom individuellen Nutzerverhalten und macht keine Aussage über die energetische Qualität des Gebäudes. Für Bestandsgebäude gilt eine eingeschränkte Wahlmöglichkeit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis. Für Gebäude mit weniger als fünf Wohnungen, deren Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde, ist ein Ausweis auf Grundlage des berechneten Energiebedarfs notwendig. Die gültige EnEV regelt für beide Verfahren die Berechnungsvorschriften.

Wie bekommen Sie ihn?

Für die Anfertigung werden Planungsunterlagen benötigt, aus denen die wichtigsten Baukonstruktionen hervorgehen. Außerdem sollte eine Bestands-Aufnahme der Gebäudehülle und der Anlagentechnik vor Ort erfolgen.

Ausstellungsberechtigte Berater können in der zentralen Aussteller-Datenbank der Deutschen Energieagentur (dena) oder in der Datenbank für Energieausweissteller aus dem Handwerk gesucht werden.

Zur Qualitätssicherung wurde ein Gütesiegel eingeführt: Energieausweise mit diesem Gütesiegel beziehen sich grundsätzlich auf den aussagekräftigeren Energiebedarf des Gebäudes. Die Datenaufnahme muss persönlich und vor Ort durch den Aussteller des Energieausweises erfolgen. Modernisierungsempfehlungen müssen in zwei alternativen Modernisierungspaketen zusammengefasst werden. Eine vierseitige Dokumentation und eine persönliche Erläuterung sind Voraussetzung. Bevor ein Energieausweis das dena-Gütesiegel erhält, wird er von der dena einem elektronischen Plausibilitätscheck unterzogen.

Um eine hohe Qualität zu gewährleisten stellt die dena auch an den Energieausweis-Aussteller Anforderungen, welche über die grundsätzlichen Forderungen der EnEV hinausgehen. So dürfen nur qualifizierte Berater Energieausweise mit dem dena-Gütesiegel ausstellen, die zusätzlich eine entsprechende Weiterbildung bei der BAFA (Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) oder eine Ausbildung zum Energieberater im Handwerk nachweisen, ihre Unabhängigkeit zum Auftraggeber verpflichtend garantieren sowie eine geeignete Berufshaftpflichtversicherung nachweisen können. Energieausweis-Aussteller, die alle Anforderungen erfüllen, erhalten die Berechtigung Energieausweise mit dem dena-Gütesiegel auszustellen - sie können in der Expertensuche der dena separat ausgewählt werden.

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