Kreis Borken

Die Farben des Wappens deuten auf die historische Zugehörigkeit des Kreisgebietes zum Fürstbistum Münster hin. Aus dem Wappen der Herrschaft Anholt sind die weißen Maueranker entlehnt. Ihre dreifache Anordnung soll hier auf die Bildung des neuen Kreises aus den alten Kreisen Ahaus und Borken sowie der ehemals kreisfreien Stadt Bocholt hinweisen. Eigentlich stellen die "Maueranker" Säulen dar. Die ersten Herren von Anholt entstammen dem Geschlecht der Herren von Zuylen (=Säulen) in den Niederlanden, die drei Säulen im Wappen führten. Im Laufe der Zeit wurden die Säulen in Maueranker umgedeutet.

Stadt Ahaus

Ahaus wurde wohl Anfang des 14. Jahrhunderts von den Edelherren von Ahaus zur Stadt erhoben. Die Stadt führte in ihrem Siegel (Abdrucke aus dem 15. Jahrhundert) den um die drei Balken in den Feldern 1 und 4 vermehrten Wappenschild der Stadtherren.

Stadt Bocholt

Fürstbischof Dietrich III. von Münster verlieh Bocholt 1222 die Stadtrechte. Die Buche als redendes Symbol lässt sich im ersten, teilweise erhaltenen Siegelabdruck von 1259 nachweisen. Das heutige Wappen wurde nach dem zweiten um 1300 geschaffenen Stadtsiegel gestaltet. Als Wappen erscheint die silberne Buche in grünem Feld zuerst 1563 auf den neuen Fähnlein der Stadtschützen.

Stadt Borken

Borken wurde von Fürstbischof Dietrich III. von Münster (1218 - 1226) zur Stadt erhoben. Das Wappenbild geht auf das älteste Siegel der Stadt (erster Abdruck 1263) zurück. Als Wappen erscheint es erstmals in einem wohl von 1578 stammenden Wappenschild, der in die Schützenkette des St.-Johanni-Bürgerschützenvereins aufgenommen wurde. Mauertor und Türme - häufig Sinnbilder für Städte - sollen hier wohl entsprechend der falsch verstandenen ältesten Namensform ?Burke? eine Burg bedeuten.

Stadt Gescher

Nach dem Zusammenschluss der zum Amt Gescher gehörigen Gemeinden zur Stadt Gescher (1969) wurde das Amtswappen von 1936 übernommen. Wahrscheinlich geht es auf das Wappen der früher auch in Gescher ansässigen Familie von der Becke zurück.Dieses Wappen kommt  in einem Siegel von 1421 vor. In der Ortsüberlieferung gelten die Jagdhörner als Wahrzeichen für das angeblich von Bischof Erpho von Münster im 11. Jahrhundert bewilligte Jagdrecht für die Bewohner des Dorfes Gescher. Die Farben sind altüberliefert. Die Jagdhörner erscheinen in diesem Zusammenhang wohl erstmals in der Schützenkette vom Anfang des 17. Jahrhunderts.

Stadt Gronau

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurden die Stadt Gronau (Westf.) und die Gemeinde Epe (Westf.) mit Wirkung vom 1.1.1975 zu einer neuen Gemeinde mit der Bezeichnung "Stadt Gronau (Westf.)" zusammengeschlossen.
Nach einer Übergangszeit, in der das Wappen der ehemaligen Stadt Gronau seine Gültigkeit behielt, wurde vom Rat das abgebildete Wappen beschlossen. Es beinhaltet die Symbole der beiden früheren Gemeinden (Schwan, Spule, Ähre) sowie die Farben grün-gelb der ehemaligen Stadt Gronau und eine Farbe (blau) der ehemaligen Gemeinde Epe. Der Schwan deutet auf die frühere territoriale Zugehörigkeit Gronaus zur Herrschaft der Edelherren von Steinfurt hin; der grüne Untergrund soll redender Hinweis auf die Bezeichnung des alten Gronau als "Grüne Aue" sein. Aus dem ehemaligen Wappen der Gemeinde Epe wurden die Symbole "Ähre" und "Spule" übernommen. Während die Spule die enge Verbundenheit beider Gemeinden mit der Textilindustrie andeutet, steht die Ähre symbolisch für die Bedeutung der Landwirtschaft.

Gemeinde Heek

Für das Wappen der neuen Gemeinde Heek wurde aus dem 1937 genehmigten Wappen von Heek die Figur des heiligen Bischofs Ludger, jedoch in Gold statt Silber und nur mit einer Gans als Attribut, und das ebenfalls 1937 genehmigte Wappen der Gemeinde Nienborg übernommen. Der heilige Ludger ist Patron der Pfarrkirche von Heek. Das Wappen von Nienborg geht auf das Siegel der Burgmänner der Landesburg Nienborg, das seit dem Ende des 13. Jahrhunderts erscheint, zurück. Die Farben entsprechen denen des Stiftes Münster.

Gemeinde Heiden

Stadt Isselburg

Im Wappen der neuen Stadt Isselburg wurden Haus und Mauer aus dem Isselburger Wappen von 1913 die beiden Maueranker und die Farben aus dem Wappen von Anholt entnommen. Das Wappen der Stadt Isselburg, die 1441 von den Grafen von Kleve die Stadtrechte erhielt, geht auf ein seit 1505 bekanntes Siegel zurück. Die Herren von Zuylen verliehen Anholt 1349 das Stadtrecht. Ihr Wappenbild erscheint erstmals 1434 - um einen Maueranker vermindert - im Siegel der Stadt. Auch die heute zur Stadt Isselburg gehördende ehemalige Stadt Werth, die 1426 von den Herren Culemborg mit dem Stadtrecht ausgestattet wurde, führte einen Maueranker im Wappen.

Gemeinde Legden

Die neue Gemeinde Legden übernahm das Wappen des alten Amtes Legden von 1957. Das obere goldene Feld des geteilten Schildes erinnert an das Stift Münster, zu dem Legden einst gehörte. Die drei Sterne entstammen einem Siegel des Knappen Johann von Legden aus dem Jahre 1348; die schräggestellten roten Rauten auf silbernem Grund dem Wappen der Familie von Asbeck, deren Stammsitz in der ehemals selbstständigen Gemeinde, dem heutigen Ortsteil gleichen Namens, lag.

Gemeinde Raesfeld

Der stilisierte Hauptturm des Schlosses Raesfeld wurde dem 1967 genehmigten Wappen der Gemeinde Raesfeld entnommen. Die beiden Eichhörnchen entstammen dem Wappen der Gemeinde Erle, die 1935 das Wappen der von Anfang des 13. Jahrhunderts bis 1400 bekannten Herren von Erle genannt von Ichorne - in Rot ein silberner Schrägbalken belegt mit drei roten sitzenden Eichhörnchen - angenommen hatte.

Gemeinde Reken

Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Groß Reken, Klein Reken und Hülsten wurde das 1965 genehmigte Wappen der Gemeinde Groß Reken übernommen. Der doppelte Chor stammt von der Pfarrkirche der Heiligen Apostel Simon und Judas. Der Zweig der Stechpalme - im Volksmund "Hülskrabbe" genannt - weist auf die Pflanzenwelt und die Landschaftsschutzgebiete in der Gemeinde hin und wird auch für Hülsten als redendes Beizeichen gedeutet.

Stadt Rhede

Gemeinde Schöppingen

Schöppingen erscheint seit dem 16. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert auch als Stadt. In einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen an das Herforder Koster im Jahre 838 wird erstmals der Name pagus Scopingus urkundlich erwähnt. Dieser Name bezeichnet nicht nur eine Siedlung sondern einen weitläufigen fürstbischöflichen Gerichtsbezirk (Gogericht), eine Gau. In diesem Namen "Scopingus" ist leicht der spätere Name Schöppingen zu erkennen. Im Jahre 1583 entschloss man sich, ein Rat- und Gemeindehaus zu errichten. Zusammen mit diesem Bauwerk, dem "Alten Rathaus", führte man zur gleichen Zeit ein Ortswappen ein. Das bekannte Wappen mit dem Schaf kam damals so zustande, indem man den alten Gaunamen Scopingau als "Schafsgau" deutet und somit als Wappentier das Schaf wählte. Nach neueren Forschungen ist aber auch eine andere Deutungsweise des Wortes "Scopingau" möglich, nämlich dass der alte Gauname Scopingau aus dem Wort "Schöpfen", wie schöpfen aus einer Quelle (wie z.B. die Quelle unterhalb der Pfarrkirche St. Brictius) entstanden ist. Diese Ansicht ist aus heutiger Sicht folgerichtiger, als den Namen Scopingau als Schafsgau zu deuten. Von daher war die damaliage Deutung vermutlich falsch.

Stadt Stadtlohn

Stadtlohns Wappen geht zurück auf das Familienwappen der Herren von Lon. Es zeigt ein Schild mit drei Balken und drei schreitenden Vögeln im Schildhaupt. 1316 kam die Herrschaft Lon an den Fürstbischof von Münster. Im ersten Siegel der Stadt aus dem 16. Jahrhundert erscheinen an Stelle der drei Vögel drei Paulusköpfe. Paulus war der Patron des Stiftes Münster. Die Dreizahl der Köpfe erklärt sich einmal aus der Zahl der Vögel und soll zum anderen daran erinnern, dass der Legende nach sich das Haupt des Heiligen Paulus nach der Enthauptung dreimal vom Boden erhoben haben soll. Die erste Darstellung des Wappens ist am Stadtbrunnen von 1678/1755 zu sehen.

Gemeinde Südlohn

Das Wappen enthält Elemente der Wappen der ehemaligen Gemeinden Südlohn und Oeding von 1964. Für die alte Gemeinde Südlohn ist ein Siegel des Wigbolds Südlohn aus dem Jahre 1761 überliefert, das ein Kleeblatt zeigt. Aus dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Oeding wurde der stilisierte Burgturm übernommen, das Wahrzeichen des Grenzortes. Die Farbe Rot entstammt dem Wappen der Familie von Keppel, die zeitweise die Burg in Oeding besaß.

Stadt Velen

Stadt Vreden

Vreden wurde wohl zwischen 1241 und 1252 vom Erzbischof von Köln und vom Bischof von Münster als gemeinsame Herren zur Stadt ausgebaut. Das Siegel zeigte seit 1255 bis in das 16. Jahrhundert Paulus und Petrus, die beiden Bistumspatrone von Münster und Köln, zwischen ihnen eine Säule. Im 17. Jahrhundert stehen beide hinter einem gespaltenen Schild, vorne mit dem Kölner Kreuz, hinten mit dem münsterischen Balken.

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