Felix-Sümmermann-Preis würdigt Verdienste um die Denkmalpflege

Zahlreiche Menschen im Kreis Borken engagieren sich in der Denkmalpflege. Sie restaurieren und erhalten alte Häuser, pflegen Bildstöcke oder erforschen das bauliche Erbe unserer Region. Darunter sind viele auszeichnungswürdige Projekte.

Deshalb verleiht der Kreis Borken – unterstützt von der Sparkasse Westmünsterland – alle drei Jahre den „Felix-Sümmermann-Preis für Verdienste um die Denkmalpflege im Kreis Borken“. Für eine Auszeichnung infrage kommen Eigentümer von Denkmälern sowie Einzelpersonen oder Gruppen, die sich um einzelne Denkmäler oder die Denkmalpflege bemühen, Forschung betreiben oder sich in der Öffentlichkeitsarbeit engagieren. Der Preis ist insgesamt mit 5.000 Euro dotiert.

Aktuelle Ausschreibung

Zur Person: Felix Sümmermann

Felix Sümmermann, Namensgeber des Preises, stand fast 35 Jahre lang an der Spitze des Kreises Ahaus. Er wurde 1920 zunächst mit der kommissarischen Leitung des Ahauser Landratsamtes betraut und trat am 1.7.1921, einstimmig gewählt, das Amt des Landrats im Kreis Ahaus an.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten brach für Sümmermann eine schwere Zeit an; er machte aus seiner Abneigung gegen das Regime keinen Hehl. 1940 wich er dem Druck, indem er sich freiwillig zum Wehrdienst meldete, den er aber nach eineinhalb Jahren aus Gesundheitsgründen wieder quittieren musste. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er mit seiner Familie verhaftet, da er der Mittäterschaft verdächtigt wurde. Tatsächlich war er auch ohne sein Wissen für ein wichtiges Amt in der Zivilverwaltung -so das Attentat geglückt wäre- vorgesehen. Er verbrachte seine Haft u.a. im Konzentrationslager Ravensbrück, bis er im Februar 1945 entlassen wurde. Von der britischen Militärverwaltung wurde er nach Kriegsende wieder in seine alte Funktion berufen; 1946 als Oberkreisdirektor gewählt, übte er dieses Amt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1955 aus.

Sümmermanns große Verdienste um den Kreis Ahaus erstrecken sich auf sein gesamtes Arbeitsfeld. Sein besonderes Engagement galt aber immer der Kultur. So war es auch in erster Linie sein Verdienst, dass das stark zerstörte Schloss Ahaus vom Kreis erworben und wiederaufgebaut wurde, und das zu einer Zeit, als viele andere drängende Probleme den Wiederaufbau nicht unumstritten machten. Auch seine vielfältigen Bemühungen um die Erhaltung der noch unzerstörten historischen Ortskerne wie einzelner Denkmäler wirken bis heute fort.

Mit der Benennung des Denkmalpflegepreises nach Felix Sümmermann werden seine großen Leistungen um die Denkmalpflege im Westmünsterland gewürdigt.

 

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