Tiergehege

Tiergehege sind eingefriedete Flächen, auf denen sonst wild lebende Tiere ganz oder teilweise im Freien gehalten werden. Wer ein Tiergehege betreiben oder erweitern möchte, benötigt unter gewissen Voraussetzungen eine Genehmigung von der Unteren Naturschutzbehörde.

Der Genehmigungspflicht unterliegen vor allem Anlagen Gehege für Eichhörnchen und Greifvögel. Nicht genehmigungspflichtig sind Tiergehege, die eine Grundfläche von 50 Quadratmetern nicht wesentlich überschreiten sowie Anlagen, in denen ausschließlich Dam- Rot- oder Rehwild gehalten werden.

Zur Genehmigung eines Tiergeheges müssen bestimmte Vorraussetzungen erfüllt sein:

  • Naturhaushalt und Landschaftsbild dürfen nicht beeinträchtigt werden,
  • das Betreten von Wald und Flur darf nicht in unangemessener Weise eingeschränkt werden,
  • der Zugang zu Gewässern und zu hervorragenden Landschaftsteilen darf nicht behindert werden,
  • Lage, Größe, Gestaltung und die inneren Einrichtungen des Geheges müssen den Anforderungen an eine verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere genügen,
  • die artgemäße Nahrung und Pflege sowie die ständige fachkundige Betreuung der Tiere muß gewährleistet sein,
  • ein Gehege im Aussenbereich muss einem landwirtschaftlichen Betrieb dienen und
  • andere öffentliche Belange dürfen nicht entgegenstehen.

Die tierschutzfachlichen Anforderungen sind für alle Tiergehege (auch für die nicht genehmigungspflichtigen Anlagen) einzuhalten, So bestehen z.B. hinsichtlich der Gehegegrößen und dem Mindestbesatz bei einzelnen Tierarten Mindeststandards, die unbedingt einzuhalten sind.

  • Rehwild: nach neuem Säugetiergutachten: 1.000 m²/ erwachsenem Tier, Mindestbesatz nicht vorgegeben, nach Leitlinie für Wild in Gehegen: Grund- Zuchtbesatz von 1/1 + Nachzucht aus 2 Jahren kann in einem Gehege gehalten werden (Sippen-Sprungbildung)
  • Damwild: Mindestgröße nach neuem Säugetiergutachten: 10.000m² Mindestfläche, mind. 1.000 m²/ Tier, nach Leitlinie: Mindestbesatz 5 Tiere (1 männliches/ 4 weibliche Tiere)
  • Edelhirsche (Rotwild): nach neuem Säugetiergutachten: 20.000 m² Mindestfläche, mind. 3.000 m²/ Tier, nach Leitlinie: Mindestbesatz 5 Tiere (1 männliches/4 weibliche Tiere).
  • Greifvogel- und Kleinsäugergehege: Beachten Sie hierzu bitte die speziellen Informationen, die wir in der Rubrik "Unterlagen und Formulare" für Sie eingestellt haben.

Die Genehmigung für ein Tiergehege kann mit Nebenbestimmungen wie zum Beispiel der Pflicht zur Anpflanzung von Baumgruppen oder zur landschaftsgerechten Eingrünung versehen werden. Außerdem sind die Genehmigungen zeitlich befristet.

Rechtliche Grundlagen:

  • § 43 Bundesnaturschutzgesetz  und
  • § 56 Landesnaturschutzgesetz NRW

Zur Beantragung einer Genehmigung für ein Tiergehege

Ein vollständig ausgefüllter Antrag vereinfacht das Verfahren sehr. Sie könnenn dann mit einer zügigen und unbürokratischen Genehmigung Ihres Antrages durch uns rechnen.

Beachten Sie bitte insbesondere bei Greifvogelgehegen die weiterführenden Informationen im Bereich Formulare.

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