"Vorsorge treffen"

 

Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung sind Erklärungen, mit deren Hilfe Sie Ihren selbstbestimmten Willen dokumentieren, für den Fall, dass Sie durch Unfall, Krankheit oder Alter nur noch eingeschränkt entscheidungsfähig sein sollten.

Nachfolgend erhalten Sie eine Überblick über die Möglichkeiten private Vorsorge zu treffen. Ergänzende Informationen bietet Ihnen auch die Internetseite des Justizministeriums NRW. Dort finden Sie insbesondere auch Informationsmaterial in türkischer, russischer, italienischer und griechischer Sprache.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht geben Sie einer oder mehreren Personen IhresVertrauens die Vertretungsmacht, für Sie im Bedarfsfall rechtsverbindlicheEntscheidungen treffen zu können. Sie erteilen die Vorsorgevollmacht durch eine schriftliche Erklärung gegenüber der oder den von Ihnen ausgesuchten Personen. Sie sollten nur Personen bevollmächtigen, die Ihr uneingeschränktes Vertrauen genießen. Diese Erklärung dient der Vermeidung einer durch das Betreuungsgericht eingerichteten rechtlichen Betreuung.

Sie können Ihre Vorsorgevollmacht in Form einer Generalvollmacht erteilen. Ihre bevollmächtigte Vertrauensperson ist dann ermächtigt, Sie in allen Angelegenheiten zu vertreten. Sie können Ihre Vollmacht jedoch auch auf bestimmte Aufgabenbereiche beschränken.

Für die rechtliche Wirksamkeit einer Vorsorgevollmacht ist es erforderlich, dass sie schriftlich verfasst und von Ihnen eigenhändig unterschrieben wurde. Eine weitere Voraussetzung ist, dass Sie als Vollmachtgeber und auch die Personen Ihres Vertrauens als Vollmachtnehmer geschäftsfähig sind.

Grundsätzlich reichen die Schriftlichkeit und Ihre Unterschrift für die Wirksamkeit Ihrer Vorsorgevollmacht aus.

Um die Akzeptanz der Bevollmächtigung gegenüber Dritten zu erhöhen, können Sie Ihre Vorsorgevollmacht öffentlich beglaubigen lassen. Mit der Beglaubigung wird die Echtheit Ihrer Unterschrift bestätigt.

Solange Sie geschäftsfähig sind, können Sie Ihre Vorsorgevollmacht jederzeit widerrufen.

Weitere  Informationen entnehmen Sie bitte der Broschüre „"Vorsorge treffen"“.

Formulare Vorsorgevollmacht

Betreuungsverfügung

In der Betreuungsverfügung legen Sie schriftlich fest

  • wer Ihre rechtliche Betreuung übernehmen soll oder
  • wer nicht Ihre rechtliche Betreuung übernehmen soll

Darüber hinaus können Sie in der Betreuungsverfügung weitere Wünsche über die individuelle Ausübung Ihrer Betreuung schriftlich niederlegen, z.B.

  • Wahl des Arztes
  • Verbleib in der häuslichen Umgebung
  • Wahl des Pflegeheims etc.

Die Betreuungsverfügung dient der Einrichtung Ihrer rechtlichen Betreuung durch das Betreuungsgericht. Das Betreuungsgericht bestellt in der Regel die Person, die in der Betreuungsverfügung genannt ist. Die Betreuungsperson wird durch das Betreuungsgericht kontrolliert. 

Formular Betreuungsverfügung

Patientenverfügung

In der Patientenverfügung legen Sie fest, welche künftigen medizinischen, pflegerischen oder ärztlichen Maßnahmen Sie künftig wünschen. Sie willigen somit in bestimmte zukünftige medizinische Maßnahmen ein oder untersagen diese. Wichtig ist eine möglichst konkrete und bestimmte Beschreibung der medizinischen Maßnahme und Ihrer für diese Maßnahme getroffenen Entscheidung.
Die Patientenverfügung muss maschinen- oder handschriftlich verfasst sein. Sie gilt unabhängig von Art und Stadium der Erkrankung und hat somit keine Begrenzung der Reichweite. Sie ist zeitlich unbeschränkt gültig und jederzeit widerrufbar.
Um eine Patientenverfügung wirksam abgeben zu können, ist es erforderlich, dass Sie zum Zeitpunkt der Erstellung einwilligungsfähig sind.
Am besten besprechen Sie Inhalt und Ausgestaltung Ihrer Patientenverfügung mit dem behandelnden Arzt.

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