Serie zur "Europäischen Nachhaltigkeitswoche": - Teil 2: Nachhaltig einkaufen - Labels als Wegweiser durch den "Konsumdschungel"

Nachhaltigkeit zählt zu den bedeutendsten Themen unserer Zeit. "Die meisten Menschen sind sich bewusst, dass sie durch ihre Kaufentscheidungen Ressourcen schonen, Müll vermeiden oder Arbeitsbedingungen verbessern können", sagt Isabel Stasinski, Klimaschutzmanagerin des Kreises Borken. Gerade bei Lebensmitteln sei das Bewusstsein hoch. Trotzdem wirke es sich nicht gleichermaßen auf das Handeln aus, da für viele Menschen die individuelle Kosten- und Nutzenmaximierung im Vordergrund steht. Gut nachvollziehbar aufgrund der vielen Kriterien, die für nachhaltigen Konsum gelten. Bei jeder Entscheidung für einen Kauf sollte abgewogen werden, welche Folgen dieser für die Umwelt, die an der Produktionskette beteiligten Arbeitskräfte und künftige Generationen haben kann. Der gesamte Lebenszyklus der Produkte sollte dabei einbezogen werden, von der Herstellung und der Verarbeitung über den Handel und die Nutzung bis hin zur Entsorgung.

Eine Vielzahl von Labels und Kennzeichnungen unterstützt  den Konsumenten in seiner Entscheidung. Es sind inzwischen so viele, dass es zu Verwirrungen führen kann. "Und nicht alle werden hohen Ansprüchen gerecht", weiß Stasinski. Bestimmte Labels könnten aber eine wichtige Grundlage für eine selbstbestimmte Entscheidung für nachhaltigeren Konsum sein. Zu den bekanntesten zählen in Deutschland der "Blaue Engel", den es mittlerweile in verschiedenen Kategorien gibt, und das Bio-Siegel, welches seit 2012 EU-weit eingeführt wurde. Aber auch Labels wie Fair-Trade, Bioland und Demeter haben laut Stasinski einen guten Ruf und fordern noch strengere Vorgaben als das EU-Siegel. Wichtig sei für Verbraucher zunächst, sich selbst Klarheit über die eigenen Absichten zu schaffen: Welche Nachhaltigkeitskriterien haben aus persönlicher Sicht Vorrang? Dann könnten die Interessen zum Beispiel mit den Kriterien eines Siegels abgeglichen werden. Erste Informationen zu rund 150 Labeln verschiedenster Art bietet die Website label-online.de.

 

"Über die Beachtung von Siegeln hinaus ist es ratsam, auch weitere Kriterien im Blick zu haben. Saisonal geerntetes Gemüse und Obst aus der Region sind aufgrund der kurzen Lieferwege fast immer unschlagbar klimafreundlich", erläutert Klimaschutzmanagerin Stasinksi. "Wer dann noch mit dem Rad zum Supermarkt oder zum Hofladen in der Nähe  fährt, hat wirklich einen Beitrag geleistet."

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