Serie zur "Europäischen Nachhaltigkeitswoche": - Teil 4: Fair Trade - ein Label für mehr Transparenz und globale Gerechtigkeit

Nachhaltigkeit? Das hat doch was mit Umwelt zu tun! Nicht ganz richtig – Der Begriff Nachhaltigkeit bezieht sich auf mindestens drei Dimensionen: Umwelt, Wirtschaft und Soziales. "Ziel ist sowohl die Generationsgerechtigkeit als auch die Gerechtigkeit in der globalisierten Welt", sagt Isabel Stasinski, Klimaschutzmanagerin des Kreises Borken. Die großflächige Textilindustrie im Münsterland gibt es nicht mehr. Stattdessen werden Jeans und T-Shirts heute überwiegend im "globalen Süden", etwa in Bangladesch oder China hergestellt. Dort gibt es viele Probleme und Herausforderungen: angefangen von der Baumwollproduktion über das Spinnen, Färben und Nähen bis zu den langen, komplexen Lieferketten von Textilien, zudem mangelnde Transparenz und schwierige Lebens- und Arbeitsbedingungen der Baumwollbauernfamilien und der Arbeiterinnen und Arbeiter in der weiteren Produktionskette – all das hat oft schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt.

Deshalb gibt es schon seit dem Jahr 2006 den Standard für Fairtrade-Baumwolle.  2016 folgten der Fairtrade-Textilstandard und das Fairtrade-Textilprogramm. Diese Zertifizierungen sollen helfen, dass alle Beteiligten der Produktionskette erreicht werden, um gerechte Bedingungen zu ermöglichen. War es noch vor einigen Jahren schwierig, außerhalb der Eine-Welt-Geschäfte Fairtrade-Kleidung zu kaufen, gibt es aktuell immer mehr junge Modelabels, die modische Schnitte mit dem Fairtrade-Gedanken verbinden. "Diese Entwicklung zeigt, dass das Bewusstsein der Deutschen geweckt ist. Gerade junge Menschen legen durchaus Wert auf hohe Standards. Häufig scheitert es letzten Endes dann aber am Preis", weiß Isabel Stasinski. "Andersherum ist ein hoher Preis aber auch kein Garant für Fairtrade." Das Fairtrade Logo bezieht sich aber nicht nur auf Textilien. Häufige Fairtrade-Produkte sind auch Kakao, Kaffee oder Tee.

Copyright 2014 - Kreis Borken