Dreiteilige Serie zur diesjährigen Berufsorientierungsmesse in Ahaus - Teil 2: Kauffrau und Kaufmann im Einzelhandel sowie Verkäuferinnen und Verkäufer am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Ahaus / Bildungsgang präsentiert sich bei der BOMAH 2018

"Ich bin fast schon eine Entertainerin, wenn ich mit den Kunden im Gespräch bin", erzählt Stefanie Krzikalla lachend, die im Juni 2018 ihre Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung in Ahaus erfolgreich beendet hat. Kommunikation ist einer der wichtigsten Bestandteile der Ausbildung. Um die Berufsanfänger auf diese und ihre vielen weiteren Aufgaben vorzubereiten, vermittelt ihnen das Ahauser Berufskolleg die theoretischen Grundlagen. Unterrichtsfächer wie Kundenservice und Warenbezogene Prozesse seien daher fest in die dreijährigen Ausbildung integriert, unterstreicht Christian Göttke, Bildungsgangsleiter Einzelhandel am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung Ahaus. Dort simulieren die Berufseinsteiger beispielsweise Verkaufsgespräche und lernen, wie sie die Produkte am besten präsentieren.

Die ersten beiden Jahre der Ausbildung zur Kauffrau beziehungsweise zum Kaufmann im Einzelhandel absolvieren sie gemeinsam mit den Verkäuferinnen und Verkäufern, die bereits nach zwei Jahren ihre Abschlussprüfung ablegen. "Der Vorteil hierbei ist, dass die Jugendlichen nach dieser Prüfung die Möglichkeit haben, ihre Ausbildung um ein Jahr zu verlängern, um dann den Abschluss als Kauffrau oder Kaufmann im Einzelhandel zu machen", hebt Andrea Dietl, in der Schule Koordinatorin für den Bildungsgang Einzelhandel, positiv hervor. Das müsse natürlich mit den Unternehmen abgestimmt werden, sei aber in den seltensten Fällen ein Problem. Insgesamt absolvieren derzeit rund 200 Jugendliche diese Ausbildung in Ahaus und an den Nebenstandorten in Gronau und Stadtlohn.

Nach seinem Abschluss werde er nicht nur "hinter der Kasse sitzen", betont der 20-jährige Jan Steindorf: "Der Beruf ist wirklich sehr facettenreich, da man in vielen verschiedenen Branchen arbeiten kann. Aber auch in der Filiale selbst gibt es ganz unterschiedliche Aufgaben zu erledigen." Allgemein seien die Perspektiven mit einer Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann im Einzelhandel sehr gut: "Gesucht wird in diesem Bereich ständig", freut sich Schulleiter Reinhard Wehmschulte. "Dazu muss man ja nur einmal die Stellenanzeigen in der Zeitung studieren." Auch die beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten seien vielfälltig: "Beispielsweise gibt es die Qualifikation zum staatlich geprüften Betriebswirt oder zum Handelsfachwirt", zählt der Oberstudiendirektor nur zwei Beispiele auf. Und es gebe durchaus gute Karrierechancen: "Ich kenne einige ehemalige Auszubildende, die nun eine eigene Filiale führen", fügt Christian Göttke hinzu.

Im Vergleich zum Onlinehandel sehen die Auszubildenden viele Vorteile in ihrer Arbeit: "Es ist ein tolles Gefühl, wenn ich dem Kunden helfen konnte", berichtet Magdalina Seibert aus Schöppingen. Der persönliche Kontakt und eine individuelle Beratung seien ihr sehr wichtig. "Dann sind die Kunden auch oft dazu bereit, vielleicht etwas mehr für das Produkt zu bezahlen", ergänzt der 19-jährige Simon Pohl, der sich in seinem zweiten Ausbildungsjahr befindet.

 

Zu Beginn ihrer schulischen Ausbildung haben die Schülerinnen und Schüler die Wahl, sich entweder für Englisch oder Niederländisch als Fremdsprache zu entscheiden. Auch der interkulturelle Austausch kommt am Berufskolleg in Ahaus nicht zu kurz. "Wir sind eine Europaschule", bemerkt der Schulleiter stolz. Daher werden beispielsweise Inhalte mit europäischen Bezügen in den Unterricht integriert und das interkulturelle Verständnis gefördert. Im dritten Ausbildungsjahr nehmen die jungen Menschen zudem an einem Austauschprojekt mit einer Schule aus den Niederlanden teil.

Berufsorientierungsmesse BOMAH am 9. und 10. Oktober in Ahaus

– Allgemeine Informationen –

In welche Richtung soll es künftig gehen? Studium, Beruf oder eine schulische Ausbildung? Welches Berufsfeld passt zu den eigenen Interessen? Wenn das Ende der Schulzeit bevorsteht, müssen diese ebenso spannenden wie wichtigen Fragen beantwortet werden. Eine Hilfe bei der Entscheidungsfindung ist da nun schon zum 22. Mal die Berufsorientierungsmesse BOMAH in Ahaus. Sie findet in diesem Jahr erneut an zwei Tagen – am 9. und 10. Oktober – auf dem Gelände der drei Berufskollegs in Trägerschaft des Kreises Borken statt.

Bei der BOMAH zeigen Hochschulen, Innungen, Unternehmen und viele weitere Ausstellerinnen und Aussteller, welche Möglichkeiten es für junge Menschen gibt. Rund 100 Ausbildungsberufe werden dort vorgestellt. Die Schirmherrschaft über die BOMAH hat Landrat Dr. Kai Zwicker übernommen. An den beiden Tagen erwarten die Veranstalter neben rund 4.000 Jugendlichen auch viele Eltern und andere Interessierte.

Die BOMAH ist am Dienstag, 9. Oktober, von 17 bis 20 Uhr geöffnet. Am Mittwoch, 10. Oktober, sind die Ausstellerinnen und Aussteller von 8 bis 13 Uhr vor Ort. Rund 100 Firmen aus dem handwerklichen, kaufmännischen, sozialen und technischen Bereich sowie Behörden, Hochschulen, Institutionen, Innungen und Kammern aus der Region haben ihr Kommen zugesagt. Natürlich geben auch die drei Berufskollegs des Kreises Borken am Standort Ahaus einen Einblick in ihre vielfältigen Bildungsangebote und bieten für die Schülerinnen und Schüler Führungen durch die Räumlichkeiten an. Je nach eigenem Interesse ermöglicht die BOMAH eine grundsätzliche Orientierung, aber auch die gezielte Information zu einzelnen Berufszweigen und Ausbildungswegen.

Seit einigen Jahren gibt es auch eine "BOMAH-App". Die ist eine Alternative und sinnvolle Ergänzung zum Flyer, den es auch weiterhin zur Orientierung gibt. Sie kann über einen QR-Code auf den Flyern und Plakaten sowie über den App-Store des Smartphones heruntergeladen werden.

Der Eintritt zur Berufsorientierungsmesse BOMAH ist frei. Eine Anmeldung ist – mit Ausnahme der Schulen – nicht erforderlich.

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