Über Frieden sprechen - Zwei Vorträge im Begleitprogramm der Sonderausstellung "(M)ein Weg zum Frieden" im kult Westmünsterland

Frieden hat viele Gesichter. "Frieden" bedeutet die Abwesenheit von Krieg, meint aber auch das Ende eines Konflikts, einen Gemütszustand und vieles mehr. Wie vielseitig der Friedensbegriff ist, das zeigt die Ausstellung "(M)ein Weg zum Frieden", die seit dem 21. Oktober im kult Westmünsterland in Vreden zu sehen ist. Anhand von 38 Fotoportraits werden Menschen vorgestellt, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für Frieden engagieren, ihren persönlichen Frieden gefunden haben oder anderen dabei helfen, Frieden zu finden. Im November gibt es zudem die Chance, zwei der portraitierten Menschen persönlich zu treffen, ihre Geschichten aus erster Hand zu hören und noch einiges an Hintergründen zu erfahren. In jeweils einem Abendvortrag berichten Professor Ludwig Siep aus Münster und Veronika Seggewiß über ihre Begegnung mit Frieden. Der Eintritt ist frei.

Am Donnerstag, 15. November, ist unter dem Titel "Ewiger Friede und gerechter Krieg in der politischen Philosophie der Neuzeit" zum Vortrag von Ludwig Siep eingeladen. Krieg als Ausübung von Gewalt gegen Menschen und Sachen ist zweifellos ein großes Übel. "Frieden" als Zustand der Gewaltlosigkeit kann aber extreme Unterdrückung und Verletzung elementarer Rechte bedeuten. Auch christliche Philosophen seit Augustinus denken daher über die Gründe gerechtfertigter Gewalt gegen Tyrannen und Eroberer nach ("bellum justum"). Heute sind Abrüstung, Krisenprävention aber auch Abwehr von Gewalt internationale Aufgaben auf dem Weg zu gerechtem Frieden. Professor Dr. Ludwig Siep ist seit 1986 an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als Professor für Philosophie. 2011 wurde er emeritiert. Er arbeitet jedoch weiterhin als Senior Professor  im Excellenzcluster Religion und Politik. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr.

Veronika Seggewiß ist am Dienstag, 20. November, mit ihrem Vortrag zum Thema "Versöhnung und Friedenserhalt über den Kriegsgräbern" im kult Westmünsterland zu hören. Beginn ist ebenfalls um 19 Uhr. Ihr Vater fiel kurz nach ihrer Geburt an der Ostfront. Jahrzehntelang erfuhr die Familie nichts über seinen Verbleib. Mit Hilfe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gelang es Veronika Seggewiß schließlich im Jahre 2000, das Grab ihres Vaters zu finden. Der Volksbund engagiert sich dafür, über alle Grenzen hinweg durch ein gemeinsames und aktives Gedenken der Opfer den Prozess der Versöhnung zu unterstützen und Verständigung und Frieden zu sichern. Veronika Seggewiß wurde 1943 in Rhede geboren. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Das Schicksal ihrer Familie veranlasste sie, sich beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu engagieren.

Beide Vorträge finden im kult Westmünsterland, Kirchplatz 14, 48691 Vreden, statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. Nähere Informationen zur Ausstellung "(M)ein Weg zum Frieden" und zum Begleitprogramm gibt es auch unter www.kult-westmuensterland.de/kult/museum/sonderausstellung/mein-weg-zum-frieden/.

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