"Apokalypse Münsterland": Welche Kulturgüter müssen bewahrt werden? - Museumsbesucherinnen und -besucher können "Lieblingsstücke" im kult wählen / Gemeinsame Ausstellung geplant

Was wäre, wenn morgen die Welt unterginge – genauer: das Münsterland? Was würdest du retten und warum? In Museen entstehen Ausstellungen ja meist, weil die Wissenschaftler sich interessante und spannende Themen überlegen und weil diese Themen mit den Objektsammlungen etwas zu tun haben. Ist das aber wirklich spannend und interessant? Treffen sie damit aber den "Geschmack" und das Interesse der Menschen? Weil das Team des kult Westmünsterland wissen möchte, was die Besucherinnen und Besucher tatsächlich an dem Museum und an den Ausstellungen interessiert, macht das Kulturzentrum in Vreden bei der "Apokalypse Münsterland" mit. Die Idee dabei: Vor dem Hintergrund einer digitalen Apokalypse und einem Hilferuf aus der Zukunft stellen die Museen und Ausstellungshäuser folgende Leitfrage an ihre Besucherinnen und Besucher: "Welches Kulturgut willst du bewahren und warum?". Das kann ein Ausstellungsstück sein, aber auch Ideen, Konzepte und andere Schätze kommen infrage.

Zur Wahl stehen alle Exponate in der Dauerausstellung. Wer also die Schau zum Thema "Grenze" besucht, kann sein Lieblingsstück auswählen, ein Formular mit einer kurzen Begründung für seine Auswahl ausfüllen und diesen in die Wahlurne im Foyer einwerfen. Die Aktion läuft noch bis zum 10. Dezember 2018 – dann nämlich wird das kult-Objekt auf den Weg in die Zukunft geschickt! Die Ergebnisse aus allen beteiligten Museen werden im kommenden Jahr in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen sein.

"Die Menschen der Region hängen oft sehr an ihren persönlichen Erfahrungen und Traditionen", weiß Corinna Endlich, Leiterin des kult. Daher gibt es zudem im Schaudepot einen ganz besonderen Raum, in dem über das zu rettende Kulturgut abgestimmt werden kann. "Hier haben wir Dinge zusammengestellt, die nicht in Form eines Objektes ausgestellt werden können – so kann man hier zum Beispiel für den Erhalt der plattdeutschen Sprache stimmen, traditionelles Handwerk bewerten oder das kult als gesamtes Kulturarchiv wählen", erläutert Endlich die Idee der Rauminstallation.

Zum Hintergrund: Projektinformationen

"Apokalypse Münsterland" ist ein Kooperationsprojekt von Museen und Ausstellungshäusern, die digitale Vermittlungsmethoden und besucherorientierte Ansätze ausprobieren, um sich zukunftsfähig aufzustellen. Unter der Projektleitung des Münsterland e.V. arbeiten über 28 kulturelle Einrichtungen im Münsterland mit den Kooperationspartnern Fachhochschule Münster, Fachbereich Architektur (Münster School of Architecture, MSA), BOK + Gärtner GmbH (Agentur für Kommunikationsdesign und Szenografie) und dem FabLab des münsterLAND.digital e.V. zusammen.

Zentrale Handlungsfelder des Projekts sind Kooperation, Partizipation, Digitalisierung und Mobilisierung von Kulturangeboten. Als konkretes Ergebnis der "Apokalypse Münsterland" entsteht eine digitale und mobilisierte Ausstellung. Sie tourt im Sommer 2019 zu 16 Stationen im Münsterland und verhilft den beteiligten Einrichtungen zu mehr Sichtbarkeit in der Region. Darüber hinaus zielt sie auf die Ansprache von neuen Besuchergruppen ab.

Das Projekt wird gefördert und unterstützt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesförderprogramm Regionale Kulturpolitik) und die Commerzbank-Stiftung.

Nähere Informationen gibt es auch im Internet unter www.apokalypse-muensterland.de. Ansprechpartnerin im Kulturbüro von Münsterland e.V. ist Kathrin Strotmann, Tel. 02571/949324, E-Mail: strotmann@muensterland.com. Im kult ist dazu Corinna Endlich unter Tel. 02564/9899-107 oder per E-Mail an c.endlich@kreis-borken.de zu erreichen.

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