Digitale Spiele - Chancen und Herausforderungen für die Offene Kinder- und Jugendarbeit - "Spieleratgeber NRW" zu Gast beim "Arbeitskreis Offene Kinder- und Jugendarbeit Kreis Borken"

Digitalisierung beeinflusst in großem Maße die Lebenswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Daher befasst sich die "Offene Kinder- und Jugendarbeit" im Westmünsterland seit langem mit diesem Themenfeld. So hat auch der "Arbeitskreis Offene Kinder- und Jugendarbeit Kreis Borken" die Entwicklung im Fokus. Vor diesem Hintergrund haben sich dessen Mitglieder – die Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aus dem Kreis Borken gemeinsam mit der Abteilung Kinder- und Jugendförderung des Kreises – in ihrer jüngsten Sitzung mit den Chancen und Gefahren der Online-Games befasst. Der Experte Daniel Heinz vom "Spieleratgeber NRW" gab ihnen dabei Antworten auf Fragen, wie: Was ist neu im Bereich der Online-Games? Wo lauern Gefahren und wie können Jugendliche geschützt werden? "Bei den vor Ort tätigen Fachkräften besteht großer Informationsbedarf, gerade auch, was die Auswirkungen auf den Jugendschutz betrifft", erklärte dazu Ute Isferding, Leiterin der das Treffen ausrichtenden Fachabteilung Kinder- und Jugendförderung im Fachbereich Jugend und Famile der Kreisverwaltung Borken.

Der Referent erläuterte zunächst Neuerungen im Spielebereich und im Jugendschutz. Überdies wies er darauf hin, dass sich derzeit der Bereich "E-Sports" als ganz neuer Sektor herauskristallisiere. In Deutschland fülle dieses Angebot bereits Stadien und die sogenannten "Gamer" würden wie Megastars gefeiert. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung sei sogar festgehalten, "E-Sports" als Sportart anzuerkennen. Damit bekämen Online-Games noch einmal eine ganz neue Dimension und Bedeutung. Daniel Heinz hielt diese Entwicklung allerdings für bedenklich. Für die Spieleanbieter gehe es schließlich um kommerzielle Interessen.

Aktuell gibt es sehr populäre Games bei Jugendlichen wie zum Beispiel "Fortnite". Mit Blick auf die Altersfreigabe bestehe das Problem, dass solche Spiele größtenteils gestreamt über das Internet gespielt werden und somit keiner Alterskontrolle unterliegen. Zudem werde kritisch gesehen, dass über derartige Spielplattformen auch soziale Netzwerke betrieben werden. Das heißt, dass Spieler online unmittelbar miteinander in Kontakt treten. "Auch bei uns im Kreis Borken ist es auf diese Weise bereits zu ersten Fällen von sogenanntem ‚Cyber-Grooming‘ gekommen", ergänzte Ulrich Kolks vom Kriminalkommissariat (KK) Kriminalprävention / Opferschutz der Kreispolizeibehörde Borken. Gemeint sei damit, dass Täter im Internet gezielt nach Opfern suchen. So bestehe die Gefahr, dass sich Erwachsene unter einem Pseudonym als jugendliche Spieler ausgeben und dann Jugendliche angehen mit dem Ziel, ihnen Geldzahlungen abzupressen oder von ihnen Nacktbilder zu fordern. Einzige Möglichkeit, hier gegenzuwirken, sei es, Aufklärung zu betreiben und vor den Gefahren zu warnen, so Kolks.

Daniel Heinz zeigte in seinem Vortrag aber nicht nur Negativentwicklungen auf. Vielmehr stellte er den Arbeitskreismitgliedern auch Beispiele vor, wie Online-Games in die Offene Kinder- und Jugendarbeit integriert werden können.

Copyright 2014 - Kreis Borken