Es tut sich was auf dem Grundstücksmarkt - Gutachterausschuss beschließt neue Richtwerte - Ackerland weiter landesweit auf Höchstniveau

Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind auch im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Dies war eines der Ergebnisse, die der Gutachterausschuss jetzt in seiner Sitzung festgestellt hat. Er ist für das gesamte Kreisgebiet mit Ausnahme des Stadtgebietes Bocholt zuständig. Der Vorsitzende Karl-Peter Theis begrüßte die rund 25 Mitglieder des Ausschusses und einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle und gab einen allgemeinen Überblick über das Marktgeschehen des vergangenen Jahres.

Der Geschäftsführer des Ausschusses, Herbert Hemker, berichtete, dass die Anzahl der durch die Notare beurkundeten Kaufverträge im letzten Jahr leicht abgenommen hat. Insgesamt wurden 3.195 Grundstückskaufverträge mit einem Flächenumsatz von rund 796 Hektar vorgelegt. Während rund 150 Hektar weniger Fläche umgesetzt wurde, stieg der Geldumsatz gegenüber 2015 um 2 Prozent auf rund 537 Millionen Euro. Die Zahl der Baugrundstücke ging dabei insgesamt um rund 10 Prozent zurück. Bei den Grundstücken in Wohngebieten ging die Zahl sogar um 18 Prozent zurück, sodass in diesem Sektor in 2016 insgesamt rund 480 Bauplätze verkauft wurden. Das durchschnittliche Grundstück kostete dabei 138 Euro pro Quadratmeter. Das sind 2 Euro mehr als im Vorjahr. Das Preisniveau variiert dabei von 77 Euro in Schöppingen über 130 Euro in Gescher bis zu 210 Euro in Raesfeld. Die größte Preissteigerung registrierte der Gutachterausschuss in der Stadt Rhede. Dort stiegen die Preise für Wohnbauland um durchschnittlich etwa 11 Prozent. In Gronau-Epe betrug die Steigerungsrate 7 Prozent und in Ahaus waren es noch rund 4 Prozent. In den anderen Gemeinden und deren Ortsteilen stagnierten die Preise für Grund und Boden weitestgehend.

Unter den bebauten Grundstücken wurden überwiegend solche verkauft, die mit Ein- oder Zweifamilienhäusern bebaut waren. Insgesamt wurden in 2016 mit 915 Objekten 4 Prozent mehr gehandelt als in 2015. In 2014 waren es sogar „nur“ rund 540 verkaufte Immobilien dieser Art. Für die registrierten Fälle wurde insgesamt ein Betrag von rund 191 Mio. Euro bezahlt. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostete demnach im Jahr 2016 etwa 203.000 Euro, hatte eine Wohnfläche von zirka 147 Quadratmeter und stand mit einem Alter von 36 Jahren auf einem rund 590 Quadratmeter großen Grundstück. Eine durchschnittlich fünf Jahre jüngere und 120 Quadratmeter große Doppelhaushälfte auf einem etwa 350 Quadratmeter großen Grundstück kostete dagegen zirka 171.000 Euro.

Die Zahl der erfassten Wohnungseigentumsverkäufe lag mit 374 Fällen etwa 20 Prozent unter dem Vorjahresstand. Eine neue Eigentumswohnung mit rund 80 Quadratmetern Wohnfläche war dabei kreisweit für etwa 171.000 Euro zu haben. Eine etwa gleich große, durchschnittlich 26 Jahre alte, gebrauchte Wohnung war demgegenüber für durchschnittlich 109.000 Euro zu bekommen.

Der im Kreis Borken am meisten beachtete Markt betrifft die landwirtschaftlichen Grundstücke. Hier war der Kreis bereits in 2015 einer der Spitzenreiter auf Landesebene. Das höchste Preisniveau lag dabei in Gronau mit einem Schnitt von 10,20 Euro je Quadratmeter für eine ein Hektar große Ackerfläche. Im Jahr 2016 ging dieser Trend der hochpreisigen Verkäufe in diesem Sektor unverändert weiter: Nicht nur mehr in Gronau wurden überwiegend Preise von mehr als 10 Euro gezahlt, sondern nun auch in Heek und Legden. Auch in den anderen Gemeinden des Kreises liegen die Preise deutlich über dem sonst im Land üblichen Niveau. So beträgt der Bodenrichtwert für einen Hektar Ackerland in Ahaus und Vreden zum Beispiel 9,20 Euro pro Quadratmeter. In Borken und Raesfeld sind es 9,00 Euro. Die „günstigsten“ Ackerflächen gab es nach den vorgelegten Verträgen in Reken. Dort beträgt der neue Richtwert nun 6,90 Euro je Quadratmeter bei einer zusammenhängenden Flächengröße von einem Hektar.

Den größten Preisanstieg registrierte der Gutachterausschuss in diesem Teilmarkt in Raesfeld. Hier musste der bisherige Bodenrichtwert von 6,4 Euro um 41 Prozent auf 9,00 Euro angehoben werden. Aber nicht nur im Kreis Borken steigen die Preise für landwirtschaftliche Flächen. So teilt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Steinfurt aktuell mit, dass dort der Bodenrichtwert im Gebiet der Stadt Ochtrup sogar mit 11,0 Euro festgesetzt werden musste.

Diese und weitere Ergebnisse wird der Gutachterausschuss in Kürze in seinem Grundstücksmarktbericht für alle kostenfrei im Internet zur Verfügung stellen. Die neuen Bodenrichte werden kurzfristig bereit stehen. Beides und weitere interessante Informationen sind unter www.borisplus.de zu finden. Auskünfte dazu werden bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Borken ab sofort erteilt. Sie ist erreichbar unter den Telefonnummern 02861/82-2520, 82-2522, 82-2523 oder 82-2524. Im Internet finden Sie den Gutachterausschuss unter gutachterausschuss.kreis-borken.de.

 

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