Im Echttest: Grenzüberschreitende Busverbindung zwischen Bocholt und Aalten - Pilotprojekt startet am 2. Dezember und läuft bis zum 30. April 2018

Am 2. Dezember 2017 geht es los: Dann soll für fünf Monate eine grenzüberschreitende Busverbindung zwischen den Bahnhöfen von Aalten und Bocholt gestartet werden. Derzeit klafft eine drei Kilometer große Lücke im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zwischen beiden Kommunen und damit zwischen den Niederlanden und Deutschland. Der Kreis Borken hat daher in Zusammenarbeit mit der Provinz Gelderland, der Stadt Bocholt, der Gemeinde Aalten, der StadtBus Bocholt GmbH und weiteren Partnern die Initiative für eine grenzüberschreitende Busverbindung gestartet, um die Lücke zu schließen. Am Start-Wochenende (2. und 3. Dezember) sind die Fahrten kostenlos.

Bis zum 30. April 2018 verkehrt der Bus im Stundentakt zwischen den Bahnhöfen in Aalten und Bocholt, auch der zentrale Bustreff in Bocholt wird angesteuert. Dabei fährt der Bus werktags von 6.30 Uhr (Bocholt, Bahnhof) bis 19.30 Uhr. Abfahrt in Aalten ist dann stündlich von 7.03 bis 20.03 Uhr. Samstags geht es eine Stunde später los, die Busse fahren stündlich bis um 16.30 Uhr (Abfahrt Bocholt) bzw. 17.03 (Abfahrt Aalten). An Sonn- und Feiertagen gibt es Verbindungen von 10.30 bis 18.30 Uhr (von Bocholt aus) bzw. von 11.03 bis 19.03 Uhr (von Aalten aus). Die genauen Abfahrtszeiten und die Haltestellenübersicht finden sich in einem Flyer, der im Rathaus der Stadt Bocholt, der Tourist-Info und bei der StadtBus Bocholt GmbH erhältlich ist, sowie  im Internet unter www.stadtbusbocholt.de.

Durch die neue Verbindung sollen die beiden lokalen ÖPNV-Netze von Aalten und Bocholt, die regionalen Netze in der Regio Achterhoek und im westlichen Münsterland sowie die nationalen Schienennetze miteinander verbunden werden: Mit dieser grenzüberschreitenden Busverbindung werden Umstiegsmöglichkeiten in Aalten zu den Zügen nach Winterswijk und Doetinchem eröffnet. Von Bocholt aus kann über Wesel bis nach Düsseldorf oder noch weiter gefahren werden.

Zielgruppen für dieses neue Mobilitätsangebot sind neben niederländischen Besucherinnen und Besuchern des "Bahia" – eine Haltestelle der Buslinie liegt direkt am Bocholter Erlebnisbad – und Einkaufstouristen auch Kurz- und Fernreisende aus beiden Ländern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die über die Grenze pendeln, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende, die ein Praktikum oder Teile ihrer Ausbildung im Nachbarland absolvieren wollen. Neben den Tagestouristen sollen auch Übernachtungsgäste und Geschäftsreisende mit dem neuen Angebot angesprochen werden.

Auf der neuen Buslinie ist die niederländische OV-Chipkarte aus technischen Gründen leider nicht gültig. Es gilt der WestfalenTarif – das erleichtert das Weiterfahren, beispielsweise nach Münster. Der Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt zwischen Bocholt und Aalten beträgt beispielsweise 3,60 Euro mit dem 9-Uhr-TagesTicket.

Finanziell unterstützt wird diese Initiative durch eine EU-Förderung im Rahmen des INTERREG-Programmes der EUREGIO.

Zum Hintergrund:

Von 1910 bis 1916 gab es schon einmal eine Verbindung zwischen Aalten und Bocholt in Form einer Straßenbahn. Diese Straßenbahn war in erster Linie für Arbeiter in den Bocholter Fabriken gedacht. Durch die Auswirkungen des 1. Weltkrieges sank die Nachfrage jedoch so stark, dass die Linie am 1. Mai 1916 eingestellt wurde. Die Schienen wurden später abgebaut. 1933 startete dann zwischen Aalten und Bocholt eine Buslinie, die im 2. Weltkrieg zum Erliegen kam. Nach Kriegsende wurde diese Verbindung 1956 neu gestartet, aber wegen der starken Zunahme des Pkw-Verkehrs und der sinkenden Nachfrage nach ÖPNV-Verbindungen einige Jahre später wieder eingestellt.

Hinweis an die Redaktionen:

Am ersten Tag der neuen Busverbindung, 2. Dezember 2017, wird es einen offiziellen Eröffnungstermin geben. Die Einladung dazu schicken wir Ihnen noch separat zu.

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