Zuschüsse des Kreises Borken für kulturelle Projekte und Maßnahmen - Ausschuss für Kultur und Sport des Kreistages tagte im Raesfelder Schloss

Insgesamt sechs überörtlich ausstrahlende Kulturprojekte und -maßnahmen fördert der Kreis Borken in diesem Jahr jeweils mit einem Zuschuss. Das hat der Ausschuss für Kultur und Sport des Kreistages jetzt auf Schloss Raesfeld beschlossen. Unter Leitung von Wilhelm Stilkenbäumer befassten sich die Ausschussmitglieder in dieser Sitzung zudem mit der „Zukunft und Finanzierung der Denkmalpflege". Überdies ließen sie sich über den Sachstand beim „Netzwerk KulturCard" und beim Bauvorhaben kult in Vreden – Eröffnungstermin ist der 13. Juli 2017 – sowie über die Umsetzung des „Paktes für den Sport" im Jahr 2016" unterrichten.

Zur Durchführung des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert" und des 29. Jazzfests in Gronau gewährt der Kreis jeweils eine Zuwendung in Höhe von 3.000 Euro. Zur Finanzierung des 28. „Blues Festivals" in Schöppingen steuert der Kreis 2.000 Euro bei. Das Jahresprogramm 2017 des Kulturkreises Schloss Raesfeld wird mit 9.000 Euro unterstützt. Zusammen mit dem Land NRW sowie den anderen Münsterlandkreisen und der Stadt Münster werden außerdem zwei überregional angelegte Gemeinschaftsprojekte gefördert. So gibt es für die Durchführung des „Münsterland Festivals" 10.000 Euro. und 1.500 Euro gehen an das Kindertheaterprojekt „Spielzeit Münsterland 2017" – Spielorte im Kreis Borken sind das Künstlerdorf Schöppingen und die Alte Molkerei in Velen.

Zentrales Ausschuss-Thema war die „Denkmalpflege". Mit einer Vorstellung der im Schloss residierenden „Akademie des Handwerks" hatte die Ausschuss-Sitzung begonnen. Akademieleiterin Dr. Ursula Baumeister sowie Diplomingenieur Eckart Zurheide erläuterten die Aufgaben der Bildungseinrichtung. Sie berichteten dabei insbesondere über ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der „Denkmalpflege". So ist die Weiterbildung zum „Restaurator im Handwerk" für die Gewerke Maler und Lackierer/in, Maurer/in, Metallbauer/in, Raumausstatter/in, Steinmetz- und Steinbildhauer/in, Stuckateur/in, Tischler/in, Zimmerer/in ein zentraler Bestandteil des Bildungsangebots.

Diesen Faden griff Landeskonservator Dr. Holger Mertens auf, der über die Aktivitäten des beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) angesiedelten und von ihm geleiteten Kulturdienstes „Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen" berichtete. Denkmalpflege sei Sache der Länder und der Kommunen, erklärte er. Der Landeskonservator sensibilisierte für die Bedeutung von Baudenkmälern und wies auf die notwendige Fachlichkeit von Behörden und Handwerkern hin, die es gemeinsam zu nutzen und stärken gelte, um das kulturelle Erbe zu sichern. Den Denkmalbehörden und -eigentümern biete der LWL-Kulturdienst fachliche Unterstützung, so Dr. Mertens. Seine Fachleute würden Aufgaben zur Erfassung, Erforschung, Dokumentation, Pflege, Konservierung und Restaurierung von Denkmälern übernehmen. Wenngleich sie selbst keine denkmalrechtlichen Entscheidungen treffen, seien sie aber an den Entscheidungen der in den Rathäusern angesiedelten Unteren Denkmalbehörden zu beteiligen. Leider habe die Landesregierung in den vergangenen Jahren die Fördermittel für den Denkmalschutz massiv gekürzt, konstatierte der Referent abschließend.

Die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Sport bedauerten dies außerordentlich, sei doch eine öffentliche Förderung der Denkmalpflege gleichzeitig auch eine ausdrückliche Anerkennung des Engagements der Eigentümer für das Allgemeinwohl. Sie beauftragten daher die Kreisverwaltung zu prüfen, ob – ein Beispiel aus dem Kreis Coesfeld aufgreifend – künftig „Ersatzgelder", die im Rahmen der Ausgleichsverpflichtung bei Beeinträchtigungen der Natur und Landschaft etwa in Folge von Baumaßnahmen zu zahlen sind, für Zwecke der Kulturlandschafts- und Denkmalpflege, zum Beispiel zur Restaurierung von Bildstöcken und Wegekreuze in der Landschaft, eingesetzt werden können.

Bildzeile (vorne v.l.n.r.): Akademieleiterin Dr. Ursula Baumeister, Ausschuss-Vorsitzender Wilhelm Stilkenbäumer und Landeskonservator Dr. Holger Mertens mit den Ausschussmitgliedern und Mitarbeitern der Kreisverwaltung

 

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